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Ich hatte schon angekündigt, dass es einen Blogeintrag geben würde, wo ich Handlungsoptionen gebe. Denn – mal ehrlich – irgendwie denkt man sich dann doch: Klar, hier läuft eigentlich ziemlich viel schief, aber ich kann doch da eh nichts machen. Das stimmt nicht!

Was kann man ganz allein tun, sogar ohne Gleichdenkende, Familie und Freunde (obwohl es mit mehreren natürlich mehr Spaß macht)? Erstaunlich viel!

1. Onlineproteste unterzeichnen

– zum Beispiel auf change.org, campact.de, attac, Greenpeace, Urgewald, LobbyControl, MultiWatch, Avaaz

2. Leserbriefe schreiben – Leserbriefe sollten immer einen aktuellen Bezug haben. Wenn man beispielsweise über das TTIP-Abkommen schreiben möchte oder Hartz IV ist es besser sich auf einen Artikel in der Zeitung zu beziehen
– Leserbriefe dürfen nicht anonym sein, also nicht vergessen: vollständige Adresse angeben!
– Leserbriefe dürfen nicht beleidigend sein, sondern sachlich und wohlargumentiert, aber natürlich durchaus kritisch

3. offene Briefe schreiben

– offene Briefe an die Kanzlerin, Bundestagsabgeordnete, EU-Abgeordnete oder Parteien- kann verbunden sein mit einer Online-Petition (z.B. auf change.org)
– offene Briefe an Zeitungen schicken

4. Engagement in Organisationen

– hier gibt es vielfältige Möglichkeiten, je nach Thema, welches einem am Herzen liegt. Attac zum Beispiel ist eine Organisation mit vielen Standorten in Deutschland für Umwelt (die haben auch eine Kampagne gegen das Freihandelsabkommen)- Engagement kann heißen: Spenden und/oder aktives Mitarbeiten an Kampagnen oder auch nur Teilnehmen an Plenum-Sitzungen, die oftmals öffentlich sind nicht nur für Mitglieder

5. Teilnahme an Demonstrationen

– wann immer es geht sollte man an Demos zu Themen, die einen berühren, mitmachen – Demonstrationen sind eine Art der Ausübung unserer demokratischen Rechte- schwierig, wenn man nicht gerade in Berlin und co. wohnt, hier hilft nur:

6. selbst Demonstrationen organisieren

– Demos, die nicht spontan, also zu denen aufgefordert wurde, sind anmeldepflichtig
– Werbung nötig

– geeignete Plakate, gute Sprüche nötig
– Pressemittleilung nicht vergessen, Fotos auf facebook, etc stellen
– evtl. braucht man Mitstreiter, auf die man sich auf jeden Fall verlassen kann, evtl. Kostenfaktor => wem das eine Nummer zu groß ist:

7. Ein-Mann-Demonstration

– ganz einfach: mit geeigneten Plakat, bemalten/bedruckten T-Shirt, evtl Verkleidung und mit einigen aussagekräftigen Flyern ausgerüstet stellt man sich einfach auf öffentliche Plätze – vor das Rathaus, vor den Bahnhof, etc – am besten auf Leute zugehen, reden, Flyer verteilen – mit der Zeit kommt auch bei schüchternen die Routine des Ansprechens und der richtigen Sätze
– Vorteil: relativ billig, wenig Aufwand, keine Anmeldung

8. Plakate entwerfen und aufhängen

– um über Themen aufzuklären und Menschen erst mal auf eine Sache aufmerksam machen sind Plakate eine gute Lösung – selbst malen, am PC gestalten, oder von Organisationen Material anfordern – am besten bei umfangreichen Themen (wie TTIP) mehrere Plakate zeitversetzt mit ähnlichen aber immer mit etwas neuem Inhalt aufhängen (durchgängiges Design für die Wiedererkennung)
 – als Handlungsoption für die Plakatanschauenden kann man beispielsweise den Link zu einer Online-Petition als angeschnittene Schnipsel zum Abreißen an das untere Plakatende setzen

9. Flugblätter/Flyer verteilen/in Briefkästen werfen

– hängt mit der Ein-Mann-Demo zusammen, kann aber auch einzeln verwendet werden- entweder selbst entwerfen (kurze, prägnante Informationen, ansprechend gestalten, Bilder) oder von Organisationen Material anfordern
– Presserecht beachten: Name und Anschrift des Verantwortlichen angeben

10. Das T-Shirt als politisches Statement

– noch nicht selbst ausprobiert, aber man kann sich T-Shirts bedrucken lassen mit geeigneten Motiven und Sprüchen, vielleicht sogar mehrere, unterschiedliche Schnitte und Farben und so oft es geht in der Öffentlichkeit tragen
– funktioniert genauso mit Aufklebern an Autos, Aufnäher auf Rucksack, hier kann man kreativ sein

11. mit Straßenkreide eine Protestbotschaft schreiben

– hält nicht lange, ist aber vielleicht an besonders besuchten Orten, Einkaufsstraße, etc wirkungsvoll

12. eine eigene Initiative gründen

– eine Bürgerinitiative, eine Studenteninitiative (oder Hochschulgruppe) gründen (nicht unbedingt als Verein notwendig, auch als unverbindlicher Zusammenschluss möglich) – kann man verbinden mit Plakaten und Flyern: um Interessenten und Mitstreiter zu finden kann man auf seinen Plakaten und Flyern eine eigens dafür erstellte email-Adresse (z.B. stoppt-ttip.gmx.de) angeben „Bei Interesse an unserer Initiative…“ – dann hat man schon mal ein paar Leute, falls im eigenen Bekanntenkreis sich nicht viele politisch engagierte finden

13. usw.

– es gibt bestimmt noch unzählige weitere Möglichkeiten!

Für einen überzeugten Aufgewachten, der nicht nur über TTIP Bescheid weiß, sondern auch sonstige Risiken der heutigen Welt sieht und versteht, mag sich hier denken: So naiv, dieser Blogger… Nun, ja dieser Handlungsoptionen setzen voraus, dass man daran glaubt, man würde mit diesen Dingen etwas erreichen, möglicherweise zum Verhindern einer Sache beitragen. Egal ob Illusion oder Wirklichkeit – dieser Glaube ist nicht perse falsch, nur weil vielleicht naiv. Wenn man all diese Möglichkeiten ausschöpft, und wenn dies immer nur eine Person in jeder größeren Stadt tun würde – dann wäre Deutschland wesentlich aufgewachter (und TTIP zum Beispiel wäre endlich ein Thema, über das man Bescheid weiß), – dann kann eine Protestbewegung entstehen. Damit eine Protestbewegung entsteht, müssen aber einzelne vorangehen, das war schon immer so.

Also, wer auch den Drang verspürt, die aktuelle Enwicklung aufhalten zu wollen, dann sollte man es einfach TUN. Sich einen Ruck geben, im Kleinen anfangen. Denn kleine Schritte sind genauso nötig wie große Demonstrationen!

Bei weiteren Anregungen und Vorschlägen – immer gerne!

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